Der Annaberger Bergaltar der St. Annenkirche gehört zu den herausragenden Darstellungen bergbaulicher Tätigkeit des frühen 16. Jahrhunderts.
Die St. Annenkirche ist eine spätgotische Hallenkirche mit deren Bau kurz nach der Gründung der Stadt Annaberg begonnen wurde. Der Bau wurde durch den Aufschwung des Bergbaus und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Entwicklung entscheidend gefördert und geprägt. Dies zeigt sich vor allem beim Bergaltar, welcher von der Annaberger Knappschaft in Auftrag gegeben worden ist. Der bergbaugeschichtlich interessanteste Teil ist die Rückseite des Altars angefertigt durch den Maler Hans Hesse. Diese zeigt neben einigen wenigen religiösen Bezügen eine detaillierte Darstellung einer Bergbaulandschaft. Der Maler stellt auf vier Tafeln alle Teilschritte der damaligen Silberproduktion, von der Aufteilung neuer Grubenfelder über die Förderung, die Aufbereitung, den Transport, die Verhüttung und die Verarbeitung des Silbers dar. Dabei sind einzelne Darstellungen recht detailliert, lassen auf einer engen Verbindung des Malers zu seiner bergbaulich geprägten Umgebung schließen und ermöglichen auch heute noch weitgehende Rückschlüsse.
Jan Münch beschäftigt sich seit 20 Jahren theoretisch und praktisch mit Altbergbau im Erzgebirge und hier im speziellen mit dem Annaberger Raum. Er ist ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und Mitglied der "Grubenarchäologischen Gesellschaft e. V." sowie der "Gewerkschaft St. Briccius e. V." / Annaberg.
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